So definierst du deine Anlagestrategie

Was ist eine Anlagestrategie?

Eine Anlagestrategie ist ein Konzept zur Geldanlage, um langfristige Finanz- und Vermögensziele zu erreichen. Mit einer Anlagestrategie definierst du wie du deine definierten Ziele erreichen möchtest und langfristig Vermögen aufbaust. Je nach Strategie unterscheidet sich der Weg des Vermögensaufbaus. Einige Strategien sind risikoreicher, andere Strategien versprechen hingegen mehr Sicherheit. Welche Anlagestrategie zu dir passt lässt sich pauschal nicht beantworten, da jeder ganz individuelle Ziele verfolgt. In diesem Finanztipp erfährst du wie du deine individuelle Anlagestrategie findest und worauf du achten musst 💡

Dein persönliches Anlageprofil

Stelle dir folgende Fragen und beantworte sie, um dein Anlageverhalten besser einschätzen zu können:

  1. Deine persönlichen Ziele 🎯
    Wofür möchtest du Geld anlegen? Möchtest du langfristig für deine Altersvorsorge sparen oder sparst du auf ein bestimmtes Ziel? Wie lange kannst du auf das angelegte Geld verzichten?

  2. Deine Vermögenssituation 💰
    Wie viel Geld kannst und möchtest du investieren? Über welchen Zeitraum möchtest du dein Geld anlegen?

  3. Deine Risikobereitschaft 📊
    Wie ist deine persönliche Risikobereitschaft? Bist du bereit ein höheres Risiko für eine höhere Rendite einzugehen? Oder möchtest du lieber ein geringeres Risiko eingehen?

  4. Deine verfügbare Zeit ⏳
    Wie viel Zeit möchtest du in deine Geldanlage investieren? Möchtest du dich umfangreich und regelmäßig mit dem Thema beschäftigen?

  5. Deine persönlichen Werte ♻️
    Was ist dir bei der Geldanlage wichtig? Möchtest du nachhaltig investieren oder auf eine bestimmte Branche setzen?

  6. Deine Umsetzung 🚀
    Wie möchtest du investieren? Präferierst du die Einmalanlage oder einen monatlichen Sparplan?

Magisches Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage kann dir dabei helfen, die beste Strategie für dein persönliches Anlageprofil zu finden. Das magische Dreieck besteht aus den drei Komponenten Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit. Alle drei Komponenten können nicht gleichzeitig erfüllt werden. Es existiert kein Produkt, das sowohl Sicherheit als auch eine hohe Rendite bietet und gleichzeitig jederzeit verfügbar ist. In der Realität sind höchstens zwei Komponenten für ein Produkt gleichzeitig erreichbar.

Die Rendite beschreibt den Gewinn, den du mit der Geldanlage erzielen kannst. Ein wichtiger Faktor für die Rendite ist dein Anlagehorizont. Je länger der Anlagehorizont ist, desto mehr kannst du es dir leisten, auf Anlageformen zu setzen, deren tendenziell höhere Rendite mit eingeschränkter Sicherheit und Verfügbarkeit "bezahlt" werden muss.

Die Verfügbarkeit beschreibt, wie leicht du auf die Geldanlage zugreifen kannst. Dies funktioniert beispielsweise auf dem Tagesgeldkonto leichter als bei langfristigen Anleihen. Hohe Verfügbarkeit muss jedoch meist mit einer geringeren Rendite "bezahlt" werden.

Die Sicherheit gibt an, wie hoch das Risiko ist, die Geldanlage zu verlieren. Grundsätzlich haben alle Anlageprodukte ein gewisses Verlustrisiko. Einige Anlageformen haben jedoch höhere Verlustrisiken, als andere Anlagen. Festgeld- oder Tagesgeldkonten haben zum Beispiel ein vergleichsweise geringeres Risiko als Aktien oder ETFs.

Daher solltest du dein Geld niemals in nur eine Anlage investieren, sondern breit gestreut auf verschiedene Produkte und Anlageklassen mit unterschiedlichen Sicherheits-, Verfügbarkeits- und Renditeeigenschaften. Es hängt also von deiner persönlichen Risikobereitschaft und deinen persönlichen Zielen ab, bei welchem der drei Komponenten ein Kompromiss in Kauf genommen werden soll.

Welche Anlagestrategien gibt es?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Anlagestrategien. Übrigens musst du nicht nur eine Strategie verfolgen, sondern kannst auch mehrere Strategien miteinander kombinieren.

  • Growth Investing
    Beim Growth Investing geht es primär um Wachstum. Das bedeutet, dass du den Fokus bei der Auswahl der Wertpapiere primär auf zukünftige Gewinne, als auch aktuelle Unternehmensgewinne legst. Dafür investierst du in Wachstumsaktien. Wachstumsaktien haben im Vergleich zu anderen Aktien höhere Wachstumschancen.

  • Value Investing
    Beim Value Investing orientierst du dich nicht, wie beim Growth Investing, an zukünftigen Gewinnen eines Unternehmens, sondern am aktuellen Unternehmenswert. Du kannst unterbewertete Aktien finden, indem du den tatsächlichen Wert des Unternehmens mit dem aktuellen Börsenwert vergleichst.

  • Momentum-Strategie
    Bei der Momentum-Strategie setzt du auf Wertpapiere, die in der Vergangenheit gestiegen sind. Du gehst also davon aus, dass diese Wertpapiere auch in der Zukunft weiter steigen werden. Dafür analysierst du Aktienkurse, um das sogenannte Momentum zu berechnen und so potentielle Gewinner und Verlierer zu erkennen.

  • Dividendenstrategie
    Im Rahmen der Dividendenstrategie setzt du auf Unternehmen, die eine hohe Dividende ausschütten. Dazu hast du insbesondere die jährliche Hauptversammlung im Blick, bei der entschieden wird, ob und wie viel Dividende ausgezahlt wird.

  • Buy-and-hold-Strategie
    Die Buy-and-hold-Strategie ist eine passive Anlagestrategie, bei der du Wertpapiere über einen sehr langen Zeitraum hältst. Du Strategie ist also Folgende: Wertpapiere kaufen und halten. Du investierst einmal in ein Portfolio von Wertpapieren und passt es danach nur noch laufend an die ursprüngliche Zusammensetzung an.

  • Core-Satellite-Strategie
    Bei der Core-Satellite-Strategie hast du ein passives Weltportfolio bestehend aus ETFs, gleichzeitig aber auch einige Satelliten in Form von Sektorwetten oder einzelnen Aktien. Die Aktien bieten zusätzliche Ertragschancen bei gleichzeitig höherem Risiko und der ETF-Kern sorgt für ein robustes Fundament.
  • Welche Strategie passt zu mir?

    Welche Anlagestrategie zu dir passt lässt sich so pauschal nicht beantworten. Die persönliche Anlagestrategie zu definieren ist sehr individuell. Bevor du dich festlegst, kannst du nochmal die folgende Checkliste durchgehen, um sicherzugehen, dass du alle relevanten Punkte mit einbezogen hast ☝️

  • Du kennst deine finanzielle Ausgangssituation

  • Du hast deine aktuelle Lebenssituation und zukünftige Planungen mitberücksichtigt

  • Du kennst deine persönliche Risikobereitschaft

  • Du hast ein Sparziel definiert und dich für einen monatlichen Sparplan oder eine Einmalanlage entschieden

  • Du hast dir genug Wissen angeeignet, um deine Finanzen eigenverantwortlich zu managen
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